IG_KARLI_NEWS_#13

Katze aus dem Sack oder eigenartiges Demokratieverständnis

Zur Berichterstattung Karli-Baustelle auf der Stadtseite der LVZ “”Anlieger sauer über Karli-Umbau – “Das ist so nie beschlossen worden”” vom 15./16.11.2014

In diesem Artikel wird Roland Quester vom Redakteur die Aussage zugeschrieben, die im Karli-Beirat vorgestellte Vorzugsvariante 6 sei nicht identisch mit dem Bau- und Finanzierungsbeschluss des Stadtrates.

Und weiter wird Roland Quester vom Redakteur die Aussage zugeschrieben, dieser Bau- und Finanzierungsbeschluss sei dem Beirat nicht mehr vorgelegt worden.

Zwei Aussagen mit hinreichender Brisanz. Sollte hier vorsätzliches Handeln – also die bewusste Irreführung des Karli-Beirates, in dem die IG Karli maßgeblich wirkte – vorliegen, dürfte das nicht unerwidert bleiben. Die von der Stadt gewünschte demokratische Meinungsbildung als Präzedenzfall breiter Bürgerbeteiligung bei einem wichtigen städtischen Infrastrukturprojekt würde ad absurdum geführt.

LVZ_Karli_15_11_2014_compoLVZ_Karli_15_11_2014

 

Die Stadt will Anlieger zur Information am 08.12.2014 einladen

Das Protokoll vom Treffen IG Karli und AG Stadt vom 05.11.14, in dem die IG ein dringendes Treffen zum Thema der offensichtlichen Differenzen des aktuellen Baustatus zum Bauplan nachdrücklich eingefordert hat, steht aus. Schon zu diesem Termin war die Reaktion darauf von städtischer Seite – freundlich formuliert – zurückhaltend. Gesagt wurde jedoch, dass am 08.12.2014 eine erneute Anliegerinformationsveranstaltung stattfinden soll. Die Einladung dazu steht jedoch noch aus.

 

Es werde Licht!

Die Karl-Liebknecht-Str. durch ihren saisonal stark gastronomisch geprägten Charakter ist auf ein Lichtkonzept angewiesen, welches neben den Kategorien Sicherheit und Energieeinsparung auch Fragen der Verweilqualität und Behaglichkeit aufnimmt.

Zwischen Shakespearestr. und Paul-Gruner-Str. ist zur Zeit eindrucksvoll sichtbar, wie die Karli in Zukunft beleuchtungstechnisch wirkt und wie das in der Vergangenheit der Fall war. Die Farbtemperatur unterscheidet sich deutlich. Das neue kalte Licht mit scharfer Schattenwirkung erhöht sicher Sicherheit, nicht aber Verweilqualität. Von Atmosphäre ganz zu schweigen.

Außerdem: Die wie überdimensionale gekippte Suppenkellen wirkenden Leuchten mögen eine Hommage an die Löffelfamilie sein, einen formalästhetischen gestalterischen Anspruch kann man nicht ablesen.

Wir haben nachgefragt:

1. Welche Leuchtmittel mit welcher Farbtemperatur finden in den jetzt neu aufgestellten Straßenlaternen (z.B. gegenüber Volkshaus) Verwendung?

2. Folgt der Einsatz der jetzt verwendeten Leuchtmittel einem städtischen Konzept mit welchen Zielen?

Wir warten auf Antwort.

Lichtfarbe_Karli_II_11_2014Karli_Laterne_2

 

Die IG grüßt

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf IG_KARLI_NEWS_#13

  1. Harald Teske sagt:

    Das stinkt doch mächtig.
    Beteiligung der Bürger und Anwohner vornerum, und hintenrum machen die Entscheidungsträger doch was sie wollen. Demokratie ad absurdum. Aber wen wunderts. Mich schon lange nicht mehr.

  2. Roland Quester sagt:

    Ich darf der Einfachheit halber meine beiden Posts vom Wochenende auf der Facebookseite der LVZ kopieren:
    “Die Karli wird so gebaut, wie es im Stadtrat beschlossen wurde und ALLE Beteiligten, inclusive Beirat, LVZ und Öffentlichkeit es JEDERZEIT gewußt haben. Denn es wurde von der ersten Variantenplanung über die intensive Öffentlichkeitsbeteiligung bis zum Stadtratsbeschluss jederzeit transparent informiert und die Pläne auch Online auf der Internetseite der Stadt und in den Medien zugänglich gemacht. Hier der Link zum Plan nach dem gebaut wird, wie er auf LVZ-Online damals bereits gezeigt wurde: http://www.leipzig.de/…/karli_lageplan_technisch_011012… Es ist schon mehr als traurig, dass heute die Erinnerungslücke eines Einzelnen, nämlich von Herrn Winkler, zu “den Anwohnern” hochgeschrieben wird und auch die LVZ sich an die eigene Berichterstattung nicht erinnert.
    Der Plan ist übrigens hier zu diesem damaligen Beitrag “Interessenparteien finden einen Kompromiss” bei LVZ-Online verlinkt – vom selben Journalisten, der den heutigen Beitrag verfaßt hat: http://www.lvz-online.de/nachrichten/aktuell_themen/umgestaltung-karl-liebknecht-strasse/karli-umbau-interessen-parteien-finden-einen-kompromiss/r-umgestaltung-karl-liebknecht-strasse-a-170889.html

    Konkret bezieht sich Herrn Winklers Behauptung, es würde anders gebaut als im Beirat damals vorgestellt, wohl auf die “fehlende” Rechtsabbiegespur stadteinwärts von der Karli in die Riemannstraße. Hierzu darf ich aus der Beschlußvorlage für den Stadtrat, dem ich damals selber noch angehörte, im April 2012 zitieren: “In der Beiratssitzung vom 21.3.2012 wurde bereits über Empfehlungen diskutiert, welche der Stadt und der LVB GmbH für die weitere Bearbeitung der Planung übergeben werden sollen … Gestaltung der stadtwärtigen Zufahrt zum Knotenpunkt Riemannstraße mit Verlagerung des Rechtsabbiegers durch Blockumfahrung über Schletterstraße, Herstellung eines durchgängigen Radfahrstreifens”.

    In Kurzform: Der Stadtrat beschloss damals im Gesamtpaket auch eine in die Planung integrierte Empfehlung des Karli-Beirates (auf eine eigene Rechtsabbiegespur vor der Riemannstraße zugunsten eines durchgehenden Radfahrstreifens zu verzichten), an die sich Herr Winkler heute nicht mehr erinnert und der diese angebliche Abweichung mehr als zwei Jahre nach dem öffentlichen Baubeschluss des Stadtrates und permanent verfügbaren Plänen jetzt der LVZ erzählt. Und die LVZ findet es spannender, den nicht stattgefundenen “Betrug” der Stadtverwaltung zu thematisieren, als das auch von mir im Telefonat mit dem Redakteur dargestellte Mißverständnis des Herrn Winkler als solches abzuhaken.
    Aber wir hatten ja auch schon die Berichterstattung zu dem angeblich nur 3 cm hohen Gleiskörper der Straßenbahn, wegen dem es keine Fördermittel gäbe. Auch da hätte man eigentlich nur die wenigen Schritte rausgehen und einen Zollstock benutzen müssen, um mit einem Mindestmaß an Recherche zu einem objektiv anderen Ergebnis zu kommen.

  3. Erwin Knolle sagt:

    Betreff Lichtfarbe Straßenlicht

    Ich arbeite selbst auf diesem Sachgebiet.
    Zu etwa 70% der Kommunen wollen auschließlich warmweißes Licht. Das gilt auch bei der LED-Beleuchtung. Interessant dabei ist, dass seit ca. einem Jahr die warmweißen LED-Leuchtmittel nahezu die gleiche Lichtleistung erbringen wie die kaltweißen LM.
    Die warmweißen LM haben etwa die Lichtfarbe wie Glühbirnen (2700K). Das ist zwar noch nicht das extreme orangeweiß wie Natriumdampflampen (2200K), aber ein guter Kompromiss.
    Es gibt nicht wenige Kommunen, die sogar noch warten wollen, bis die LED’s sogar 2300K – 2500K mit akzeptabler Lichtausbeute bringen. Die haben begriffen, dass es auch um subjektive Faktoren geht.

    Erwin Knolle

Hinterlasse einen Kommentar zu Erwin Knolle Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>